Rezension: "Gesichter aus Stein"

Kriminalroman

Rezension "Gesichter aus Stein" von T.AM. Lang
Rezension "Gesichter aus Stein" von T.AM. Lang

Titel: Gesichter aus Stein - The DEEP WEB

Autor: T.A.M. Lang

Erschienen: 2016

ISBN: 9783946820000

Verlag: Hybrid Verlag

Preis: 11,90 € (Taschenbuch)

Der Autor

Puhh, und ich dachte schon, ich hätte ab und an merkwürdige Träume, mit Geschichten, die vor Realitätsmomenten nur so strotzen. Leider vergesse ich dann beim Erwachen immer den größten teil der Story. Aus diesem Grund bewundere ich Schriftsteller. Menschen, die es hinbekommen, ihre Geschichten so aufzuschreiben, dass der Leser das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein und kaum mehr in der Lage ist, die Lektüre zu unterbrechen.

 

Anfangs viel es mir nicht ganz leicht. Aber schon nach der dritten Seite mochte ich den Schreibstil von T.A.M. Lang.

Ein mir (ich gestehe) bis dahin völlig unbekannter Autor, der es jedoch auf jeden Fall verdient, bekannter zu werden.

Nach ein wenig googeln fand ich dann auch einige wenige Informationen über ihn. So steht das T.A.M. für Tobias Andreas-Marcus.

Sehr interessant finde ich das Zitat von ihm: "Schreibblockade ist das Synonym für Faulheit von Autoren" (ob das wohl auch für und Blogger gilt? :-) schätze schon)

Geboren 1973 wohnt er derzeit in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern. Dort wo auch die Protagonistin des Romans "Gesichter aus Stein" aufgewachsen ist. So erklärt sich auch sein "Fachwissen" darüber, wie es ist, seine Kindheit in der ehemaligen DDR verbracht zu haben.

Stil

T.A.M. Lang schreibt seinen Roman "Gesichter aus Stein" sehr spannend und bildlich mit einer Spur Humor und Emotion.

Nein, "Gesichter aus Stein" ist nicht sein Debüt-Roman, wie ich anfangs dachte. Aber es ist sein erster Kriminalroman.

 

Weitere Bücher, die aus seiner Feder stammen, sind unter anderem:

"Als du fortgingst" (Drama)

"Der Anakiter" (Mystery)

"Komm!" (Kurzgeschichte)

Kurzbeschreibung - Klappentext

Seit fünfzehn Jahren keine Aussicht auf Beförderung. Kommissarin Franziska Voigt, geschieden, alleinerziehend, 39, sitzt im beschaulich fränkischen Hammelburg fest. Daran kann auch ihr Chef Alois nichts ändern. Der brutale Mord an der frisch gekrönten Weinkönigin Vanessa, könnte ihre Chance für einen Karrieresprung sein, nur dass der Mörder ganz andere Pläne verfolgt. Vanessa ist lediglich der Auftakt. Die eigentlich gejagte, ist die Kommissarin selbst. Sein größter Trumpf in diesem Spiel: Franziskas vierzehnjährige Tochter Jessika.

Inhalt und Aufbau

Achtung - Spoileralarm!!!

Gegliedert ist der Roman in zehn Kapitel, deren Bezeichnungen allesamt sehr treffend und strukturiert sind.

The DEEP WEB

"Gefährlich ist es nicht, wenn du hinuntergehst.

Gefährlich wird es, wenn es zu dir hinaufkommt."

Die Einleitung des Romans "Gesichter aus Stein" ist im Grund eine Definition des Darknet. Legale Seiten im Netz, die von Suchmaschinen nicht indexiert werden oder nicht werden sollen.

Spiegelbild

In diesem Kapitel entdeckt die Protagonistin Franziska, mit was für einem attraktiven "Arschloch" sie eigentlich verheiratet ist und zieht ihre Konsequenzen.

Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Jessika verlässt sie das Haus.

Prinzessin

Franziskas erster richtiger Fall beginnt mit dem brutalen Mord an der frisch gekrönten Weinkönigin Vanessa. Sehr viel Mühe hat der Täter darauf verwendet, ihre Identität unkenntlich zu machen. So wird die Spurensicherung des LKA Hessen angefordert. Beatrice, die mit der Identifizierung beauftragt wurde und Franziska sind sich sofort sympatisch. Als Beatrice dann auch noch den Namen des Opfers identifiziert, ist ihr Todesurteil gefällt. Genau wie bei Vanessa landet ein riesiger Felsbrocken auf ihrem Gesicht.

"....So intensiv, dass sich ihre Pupillen weiten und ihre Sicht klar wird. - Sie erkennt einen wuchtigen Stein, der über ihrem Kopf schwebt."...

R.A.C.L.

In diesem Kapitel kommt das Darknet zu Franziska. Und ihr Ex taucht in ihrem neuen Leben auf.

Ausgerechnet jetzt und ausgerechnet er soll ihren neuen Fall übernehmen. Was er auch tut. 

Die gemeinsame Tochter Jessika bekommt über Facebook ein Nacktfoto ihrer Mutter. Franziska ist geschockt, doch was sie dann Dank Wolf ihrem Ex herausfindet, lehrt sie langsam aber bestimmt das Fürchten.

"Ruin a cops life" Ein perfides Spiel im Darknet, dessen Ziel sie ist und dessen Countdown in 17 Tagen enden soll.

Nähe

Noch immer weiß Franziska nichts von den Zusammenhängen. Sie weiß nur: Sie ist in Gefahr. Der Täter ist ihr nah.

Doch bevor sie die tatsächliche Nähe zu spüren bekommt, wird Wolf zum Opfer des Psychopathen. Erst danach widmet er sich ihr. Fährt zu ihrem Haus und treibt dort sein perfides Spiel.

"....Sie springt auf, stürmt zur Tür, reißt sie auf, legt an und feuert. Die erste Kugel durchschlägt die Seitenscheibe und lässt Glaskörnchen durch den Innenraum fliegen. Ihre Augen registrieren, wie die zweite in seine Schulter einschlägt und der Jackenstoff förmlich auseinanderspritzt. Eine weitere Kugel schlägt in das Grinsen ein. Dann wieder und noch eine dritte. Nach zehn Schritten steht sie direkt vor der Beifahrertür. Immer noch drückt sie ab, obwohl ihr Magazin schon lange leer ist. ....."

Arrest

Nein, es war nicht der Psychopath, auf den sie ihre zehn Kugeln abgefeuert hat. Es war ihr eigener Kollege - versteckt unter einer Maske.

Deshalb kommt Franziska in Arrest und ihre Tochter Jessica zur Oma.

Den Arrest darf sie mit Fußfesseln zu Hause verbringen. Mit Wolfs Laptop dringt sie in die Tiefen des Darknet vor und übergibt ihrem Kollegen den Laptop, samt der gefundenen Videoaufzeichnungen.

Sie selbst jedoch schmiedet einen Plan, um zu fliehen.

Solo

Ganz genau, allein will Franziska den Mörder zur Strecke bringen. Sie taucht unter, kauft sich Bitcoins im Darknet und meldet sich selbst als Spielerin in "Ruin a cops life" an.

Währenddessen ist man im Polizeipräsidium über den Auswertungen des Videomaterials.

Franziska nimmt Kontakt zu dem Irren auf, der ihr deutlich macht, wie nah er bereits ihrer Tochter Jessika gekommen ist. Sie ist in seiner Gewalt. Auf dem Weg dorthin gab es erneut Tote. Ereignisse überschlagen sich und die Spannung wird nahezu unerträglich.

Red Room

Er will den ersten Red Room in der Geschichte von "Ruin a cops life" eröffnen. Eine Lifeübertragung. Denn er will das Spiel unbedingt gewinnen. Und so bestellt er Franziska zum Zielort. 

Wieder überschlagen sich die Ereignisse und in all dieser Panik verschwindet Jessika - spurlos.

Post

Ihre eigene Gerichtsverhandlung verfolgt Franziska im Rollstuhl. Ob sie am Ende das Spiel im Darknet gewonnen hat, lasse ich hier offen. Wichtig ist nur: Ihre Tochter bleibt verschwunden.

 

Und so kommen wir zur 

Preview - Zart Rosa

Am Ende des Romans wird klar: Es muss eine Fortsetzung geben. Franziska soll sich auf die Suche nach ihrer 14-jährigen Tochter Jessika begeben.

Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt :-)

Wertung

Die Protagonistin ist mir schon zu Beginn des Romans sehr sympatisch. Etwa in meinem Alter wuchs sie ebenso wie ich im Osten von Deutschland auf und landete - wie das Leben so spielt - in Bayern, genau wie ich. Hier enden zum Glück die Parallelen. Auch mit dem Dark web hatte ich bisher nichts zu tun :-)

Sehr realistisch beschreibt T.A.M. Lang die Handlung.

Angefangen bei einem Ehemann, der sich nicht im Griff hat - bis hin zum Psychopathen, der eingebunden in ein brutales Spiel, keine Grenzen kennt, um sein Ziel - den Sieg, zu erreichen.

Kritik

Einziger Schwachpunkt des Romans: Wie um Himmels Willen kommt man auf die Idee, die Tochter Jessika ausgerechnet zur Oma zu schicken? Wo es doch so offensichtlich ist, dass der Täter alles über Franziska weiß. Nein. Diese Stelle hätte man wohl anders lösen können. Mir fehlte hier ein wenig der Überraschungsmoment und die Spannung, da es relativ klar war, was passieren würde. Einig, wieviel dann passiert macht diesen Fehler ein wenig wett und sorgt für spannenden Lesegenuss.

 

Ansonsten ein Roman mit vielen Ereignissen, die sich aneinanderreihen und so den Leser auch nicht verwirren sondern mitnehmen und dafür sorgen, dass man das Buch kaum beiseite legen mag.

Fazit

Für alle Liebhaber von Kriminalromanen ist dieses Buch wirklich zu empfehlen. Es ist sehr gut geschrieben und bietet Unterhaltung, die vor Spannung und Ereignissen seinesgleichen sucht.

Lesung

Ich habe für euch zwei kleine Kostproben aus dem Buch. Nein, nicht gerade die spannendsten Stellen. Es geht mir vielmehr um den Schreibstil des Autors ;-)

Viel Spaß beim zuhören!

Danke

Zum Schluss möchte ich mich natürlich auch noch bei dem Verlag bedanken. Der Hybrid Verlag ist recht jung, entstand erst 2016. 

Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit und das zur Verfügung Stellen eines Rezensionsexemplares von "Gesichter aus Stein"

 

Da dies meine erste Buchrezension ist, freue ich mich über jegliche Kritik!

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